Sanfte Mobilität 2020 – Leitbildkonferenz sagt JA ! zu einem grundsätzlich veränderten Vorgehen in der Verkehrsplanung
In der Vergangenheit zeichnete sich „Verkehrsplanung“ vor allem durch eine Liste der zu bauenden Straßen aus. Ein solches Vorgehen ist aber nicht mehr zeitgemäß, denn damit löst man die aktuellen Herausforderungen für die Menschen unseres Landkreises nicht mehr. In einem völlig neuen Ansatz sollte deshalb für den Landkreis Sächsische Schweiz–Osterzgebirge ein neues Leitbild, aufbauend auf den Sorgen und Nöten der Kommunen, entwickelt werden.
Es war nicht Ziel der Veranstaltung, konkrete Maßnahmen zu beschließen oder Gelder zu verteilen. Vielmehr ging es vorerst darum, sich auf dieses gemeinsam Leitbild zu einigen, nach welchem man zukünftige Aktivitäten ausrichtet! Nur dann lassen sich Maßnahmen finden, die sich nicht gegenseitig widersprechen, die regional getragen werden, notwendig und finanzierbar sind.
Die Kernfrage, die in der Leitbildkonferenz am 22. April 2009 am Sitz des Landschaftspflegeverbandes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e. V. von über 70 Vertretern der Region diskutiert wurde, lautete deshalb:
Ist die Leitidee „Sanfte Mobilität“ geeignet als Richtungsweisung für die zukünftige Entwicklung von Verkehr und Mobilität des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge?
Die Teilnehmer der Leitbilddiskussion – Landrat, Bürgermeister, Kreisräte, Vertreter der Landkreisverwaltung und der Verkehrsunternehmen, Regionalmanager und Touristiker, Bürger - diskutierten diese Frage vor dem Hintergrund der absehbaren demografischen Entwicklung. Aus den Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung - im Schnitt wird für den Landkreis bis 2020 ein weiterer Bevölkerungsverlust von 5,5 % vorausgesagt (Schwankungsbreite innerhalb des Landkreises + 4,6 % für Bannewitz bis - 15,5 % für Sebnitz), zur wirtschaftlichen Entwicklung sowie zur touristischen Entwicklung im Landkreis ergibt sich ein Szenario welches aufzeigt, welche Bedingungen im Jahr 2020 die Anforderungen an Erreichbarkeit, Mobilität, Verkehrsinfrastruktur und den öffentlichen Verkehr bestimmen werden: Weniger Verkehrsaufkommen insgesamt, aber höherer Mobilitätsbedarf und mehr Verkehrsleistung/Einwohner.
Mit dem vorgelegten Leitbild können nun flexibel und je nach den konkreten Problemen vor Ort die Lösungen bestimmt werden, die unter den gegebenen Randbedingungen die Bevölkerung mobil halten – auch wenn die verfügbaren Steuergelder wohl eher sinken und die Kraftstoffpreise eher steigen dürften.
Die wesentlichen Leitsätze sind nun:
- Straßenerhalt statt Neubau
- Hohe Priorität für die Förderung des Fußverkehrs
- Erhalt und Förderung des starken ÖV auf den Hauptachsen
- Weiterentwicklung und Anpassung des Busnetzes
- Schaffung flexibler ÖV-Lösungen für die Problemgebiete
- Koordination der Weiterentwicklung des Radverkehrs
- Sanfte Mobilität/Sanfter Tourismus als Image des Landkreises
- Verbesserung der Verknüpfung der Verkehrsträger
- Barrierefreiheit
Bis Ende Mai werden die Planer nun einen Abschlussbericht erstellen, der zu den einzelnen Themenkomplexen auch konkrete Vorschläge für nächste Schritte, Maßnahmen, Pilotprojekte und weitere Untersuchungen enthält. Dann gilt es für den Landkreis und die Partner der Region – die Kommunen und deren Einwohner - , die Unternehmen, die Touristiker, sich an die Umsetzung zu machen - das Leitbild zu kommunizieren und zu leben.
Weitere Informationen und Hinweise erhalten Sie unter
Kontakt:
Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Referat Wirtschaftsförderung, Koordinierung ländlicher Raum, Zehistaer Str. 9, 01796 Pirna,
Tel.: 03501/515-354, Fax: 03501/515-235, E-mail: ursula.scholz@landratsamt-pirna.de





